Häufige Fragen zu Diabetes

Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen rund um Diabetes mellitus, Blutzucker und Therapie. Alle Informationen wurden von unserem medizinischen Redaktionsteam erstellt und entsprechen den aktuellen Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).

Wichtiger Hinweis: Diese FAQ ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

1. Was ist Diabetes mellitus?

Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei der der Blutzucker dauerhaft erhöht ist. Ursache ist entweder ein absoluter Insulinmangel (Typ 1) oder eine verminderte Insulinwirkung kombiniert mit einem relativen Insulinmangel (Typ 2). Unbehandelt kann Diabetes zu schwerwiegenden Organschäden führen.

2. Was ist der Unterschied zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes?

Bei Typ-1-Diabetes zerstört das Immunsystem die insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse. Betroffene sind lebenslang auf Insulininjektionen angewiesen. Typ-2-Diabetes entsteht durch eine Kombination aus genetischer Veranlagung, Übergewicht und Bewegungsmangel: Die Körperzellen sprechen schlechter auf Insulin an (Insulinresistenz), und die Bauchspeicheldrüse kann den erhöhten Bedarf nicht mehr decken.

3. Welche Blutzuckerwerte gelten als normal?

Als normal gelten laut DDG:

  • Nüchternblutzucker: unter 100 mg/dl (5,6 mmol/l)
  • Blutzucker 2 Stunden nach dem Essen: unter 140 mg/dl (7,8 mmol/l)
  • HbA1c: unter 5,7 %

Werte zwischen 100–125 mg/dl nüchtern deuten auf Prädiabetes hin. Ab 126 mg/dl nüchtern (an zwei Messtagen) wird Diabetes diagnostiziert.

4. Was ist der HbA1c-Wert und was sagt er aus?

Der HbA1c (Langzeitblutzucker) gibt an, wie hoch der Blutzucker im Durchschnitt der letzten 2–3 Monate war. Ein HbA1c unter 6,5 % gilt als Zielwert für viele Typ-2-Diabetiker; für Typ-1-Diabetiker wird oft ein individuelles Ziel zwischen 6,5–7,5 % vereinbart. Der Wert wird per Blutabnahme im Labor bestimmt.

5. Was ist Prädiabetes und ist er reversibel?

Prädiabetes ist ein Vorstadium von Typ-2-Diabetes. Er ist in vielen Fällen reversibel: Studien zeigen, dass Gewichtsreduktion (5–10 % des Körpergewichts), regelmäßige Bewegung und Ernährungsumstellung das Risiko, Typ-2-Diabetes zu entwickeln, um bis zu 58 % senken können.

6. Welche Symptome können auf Diabetes hinweisen?

Typische Symptome sind: starker Durst und häufiges Wasserlassen, Müdigkeit und Erschöpfung, verschwommenes Sehen, langsam heilende Wunden, Kribbeln in Händen und Füßen sowie unerklärlicher Gewichtsverlust. Bei Typ-1-Diabetes treten diese Symptome oft plötzlich auf, bei Typ-2-Diabetes schleichend über Jahre.

7. Wie wird Diabetes behandelt?

Typ-1-Diabetes erfordert immer Insulin. Typ-2-Diabetes wird zuerst mit Lebensstiländerungen behandelt, danach mit oralen Antidiabetika (z. B. Metformin) und bei Bedarf mit Insulin. Moderne Therapieoptionen wie GLP-1-Rezeptoragonisten und SGLT-2-Inhibitoren bieten zusätzliche Vorteile für Herz und Nieren.

8. Muss ich bei Diabetes auf Kohlenhydrate verzichten?

Nein, ein vollständiger Verzicht ist nicht notwendig. Wichtig ist die Qualität der Kohlenhydrate: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Gemüse lassen den Blutzucker langsamer ansteigen als Weißmehlprodukte oder zuckerhaltige Lebensmittel. Eine individuelle Ernährungsberatung hilft, die richtige Kohlenhydratmenge zu finden.

9. Was ist eine Hypoglykämie und wie behandle ich sie?

Eine Hypoglykämie (Unterzuckerung) liegt vor, wenn der Blutzucker unter 70 mg/dl fällt. Sofortmaßnahme: 15–20 g schnell wirksame Kohlenhydrate (z. B. Traubenzucker, Fruchtsaft). Nach 15 Minuten erneut messen. Bei Bewusstlosigkeit: Notruf 112 rufen.

10. Kann Sport den Blutzucker senken?

Ja. Regelmäßige körperliche Aktivität erhöht die Insulinempfindlichkeit und verbraucht Glukose direkt als Energiequelle. Empfohlen werden mindestens 150 Minuten moderates Ausdauertraining pro Woche. Bei Insulintherapie muss die Dosis gegebenenfalls angepasst werden.

11. Was sind Langzeitkomplikationen von Diabetes?

Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte schädigen Blutgefäße und Nerven. Häufige Komplikationen: diabetische Retinopathie (Augenschäden), Nephropathie (Nierenschäden), Neuropathie (Nervenschäden, diabetischer Fuß) sowie erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Gute Blutzuckereinstellung und regelmäßige Kontrollen können diese verhindern oder verzögern.

12. Wie oft sollte ich meinen Blutzucker messen?

Das hängt von Ihrer Therapie ab. Intensiviert insulinpflichtige Diabetiker messen oft 4–8 Mal täglich. Moderne CGM-Systeme ermöglichen lückenlose Überwachung ohne Fingerstich. Typ-2-Diabetiker, die nur Tabletten nehmen, messen je nach ärztlicher Empfehlung seltener. Besprechen Sie das Messschema mit Ihrem Diabetesteam.

13. Ist Diabetes heilbar?

Typ-1-Diabetes ist derzeit nicht heilbar, lässt sich aber gut managen. Typ-2-Diabetes kann in frühen Stadien bei starker Gewichtsreduktion in eine Remission übergehen – die Blutzuckerwerte normalisieren sich ohne Medikamente. Die Veranlagung bleibt jedoch bestehen.

14. Darf ich mit Diabetes Auto fahren?

Ja, grundsätzlich schon – mit Einschränkungen. Wer hypoglykämiefähige Medikamente nimmt, muss vor dem Fahren einen Blutzucker über 90 mg/dl sicherstellen. Bei Werten unter 70 mg/dl darf nicht gefahren werden. Informieren Sie sich bei Ihrem Arzt über die für Sie geltenden Regeln.

15. Wie finde ich einen Diabetologen oder eine Diabetes-Schwerpunktpraxis?

Diabetologen DDG und Diabetes-Schwerpunktpraxen finden Sie über die Arztsuche der Deutschen Diabetes Gesellschaft unter ddg.info oder über die Kassenärztliche Bundesvereinigung. Ihre Krankenkasse hilft ebenfalls bei der Suche.


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