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Dürfen Diabetiker Blut spenden? – Was Diabetiker wissen müssen

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Medizinischer Hinweis: Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung. Änderungen an Medikamenten- oder Insulindosen nur in Absprache mit einem Arzt.

Blut spenden rettet Leben – das wissen die meisten. Doch viele Menschen mit Diabetes fragen sich: Darf ich überhaupt Blut spenden? Die Antwort ist nicht einheitlich: Sie hängt davon ab, wie Ihre Erkrankung behandelt wird und wie gut der Blutzucker eingestellt ist. Dieser Artikel erklärt klar, wer spenden darf, wer ausgeschlossen wird und warum.

Dürfen Diabetiker Blut spenden? – Die kurze Antwort

Ob ein Diabetiker Blut spenden darf, richtet sich in Deutschland nach den Hämotherapie-Richtlinien der Bundesärztekammer sowie den Spendereignungskriterien des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Grob gilt folgende Faustregel:

  • Typ-1-Diabetiker: dauerhaft ausgeschlossen (Insulintherapie)
  • Typ-2-Diabetiker mit Insulintherapie: dauerhaft ausgeschlossen
  • Typ-2-Diabetiker nur mit oralen Antidiabetika (z. B. Metformin) oder Diät: ggf. zugelassen, wenn die Erkrankung gut eingestellt ist

Die endgültige Entscheidung liegt immer beim ärztlichen Fachpersonal am Blutspendetermin – nach einer individuellen Befragung und Blutdruckmessung.

Warum schließt Insulin Diabetiker von der Blutspende aus?

Die Bundesärztekammer stuft insulinpflichtige Diabetiker als Dauerausschluss ein. Die wichtigsten medizinischen Gründe:

  1. Unterzuckerungsrisiko: Eine Blutentnahme von ca. 450–500 ml kann den Blutzucker destabilisieren und das Risiko einer Hypoglykämie erhöhen – besonders bei Menschen, die Insulin spritzen.
  2. Kreislaufbelastung: Der Volumenverlust nach der Spende kann in Kombination mit der Insulinwirkung zu Kreislaufreaktionen führen.
  3. Sicherheit der Empfänger: Es fehlen ausreichende Daten dazu, ob geringe Mengen Insulin im gespendeten Blut für Empfänger vollständig unbedenklich sind.

Menschen mit Diabetes Typ 1 sind zwingend auf Insulin angewiesen – deshalb gelten sie generell als nicht geeignet für die Blutspende, unabhängig von der Qualität ihrer Blutzuckereinstellung.

Typ-2-Diabetiker ohne Insulin: Wann ist Diabetiker Blut spenden möglich?

Gut eingestellte Typ-2-Diabetiker, die kein Insulin spritzen, können prinzipiell zur Blutspende zugelassen werden. Als typische Voraussetzungen gelten:

  • Stabiler Blutzucker am Tag der Spende
  • HbA1c-Wert idealerweise unter 8,0 % (63 mmol/mol) – die genaue Grenze legt das ärztliche Personal vor Ort fest
  • Keine schwerwiegenden Folgeerkrankungen wie diabetische Niereninsuffizienz oder schwere Retinopathie
  • Guter Allgemeinzustand, keine akuten Beschwerden

Wer beispielsweise Metformin einnimmt und kein Insulin benötigt, kann je nach individuellem Gesundheitszustand geeignet sein. Ein offenes Gespräch mit dem Blutspendedienst vor dem Termin ist immer ratsam.

Was sagen DRK und Bundesärztekammer zum Diabetiker Blut spenden?

Das Deutsche Rote Kreuz und die anderen großen Blutspendedienste in Deutschland orientieren sich an den Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie) der Bundesärztekammer (aktuell gültig in der überarbeiteten Fassung 2017/2019). Zentrale Punkte daraus:

  • Dauerausschluss für insulinpflichtige Personen (Typ 1 und Typ 2 mit Insulin)
  • Individuelle Beurteilung bei oral behandelten Typ-2-Diabetikern mit stabiler Einstellung
  • Temporärer Ausschluss bei akuter Blutzuckerentgleisung bis zur Normalisierung der Werte

Für verbindliche Auskunft zur eigenen Eignung empfiehlt sich eine direkte Anfrage beim zuständigen DRK-Blutspendedienst oder beim nächsten Blutspendetermin. Alle Mitarbeiter unterliegen der Schweigepflicht.

Häufig gestellte Fragen: Diabetiker Blut spenden

Kann ich als Typ-1-Diabetiker Blut spenden?

Nein. Typ-1-Diabetiker sind auf Insulin angewiesen und daher nach den Hämotherapie-Richtlinien der Bundesärztekammer dauerhaft von der Blutspende ausgeschlossen. Dies gilt unabhängig davon, wie gut der Blutzucker eingestellt ist oder wie niedrig der HbA1c-Wert ist.

Darf ich mit Metformin Blut spenden?

Möglicherweise ja – wenn Ihr Blutzucker gut eingestellt ist, keine schwerwiegenden Komplikationen vorliegen und Sie kein zusätzliches Insulin benötigen. Metformin als orales Antidiabetikum bedeutet keinen automatischen Ausschluss. Die endgültige Entscheidung trifft der Arzt beim Spendetermin nach einem persönlichen Gespräch.

Was muss ich zum Blutspendetermin mitbringen, wenn ich Diabetiker bin?

Bringen Sie Ihren Diabetikerausweis oder eine aktuelle Medikamentenliste mit. Informieren Sie das Personal über Ihre Therapieform (Insulin ja/nein) sowie Ihren letzten HbA1c-Wert. So kann das Fachpersonal die Eignung schnell und sicher einschätzen.

Ist Blut spenden mit Diabetes gefährlich für mich?

Für Menschen mit Insulintherapie kann das Risiko einer Hypoglykämie nach der Blutentnahme erhöht sein – deshalb sind sie ausgeschlossen. Gut eingestellte Typ-2-Diabetiker ohne Insulintherapie tragen in der Regel kein erhöhtes Risiko durch die Blutspende selbst. Der ärztliche Dienst klärt dies individuell vor jeder Spende ab.


Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Ob Sie als Diabetiker für die Blutspende geeignet sind, kann nur der ärztliche Dienst am Blutspendetermin verbindlich beurteilen. Änderungen an medikamentösen Therapien oder Insulindosen dürfen ausschließlich in Absprache mit einem Arzt vorgenommen werden.

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